Die Neuerfindung des Sägens

Seit ungefähr 1920 gibt es motorgetriebene Kreis- und Kettensägen und um 1969 entstanden die ersten Profilzerspananlagen, die bis heute mit immer mehr High-Tech versehen werden. 2013 definierte AKE das bis dahin für alle Sägen gültige Prinzip der Zerspanung mit 2.0 neu.

Sägeartige Feuersteine wurden erstmals in der Mittelsteinzeit, 9600 Jahre vor Christi Geburt, benutzt. Dann kamen die alten Ägypter mit Bronzesägen, die Römer mit Eisensägen, im 15. Jahrhundert die Stahlsäge, bevor die Industrialisierung im 19. Jahrhundert Gatter-, Band- und Breitsägen hervorbrachte. Seit ungefähr 1920 gibt es motorgetriebene Kreis- und Kettensägen und um 1969 entstanden die ersten Profilzerspananlagen, die bis heute mit immer mehr High-Tech versehen werden. 2013 definierte AKE das bis dahin für alle Sägen gültige Prinzip der Zerspanung mit 2.0 neu.

Jeder kennt das sprichwörtliche Kreischen von Kreissägen. Alexander Knebel begleitet dieses Geräusch seit seiner Kindheit, denn es gehört zum väterlichen Betrieb wie der Geruch nach Maschinenöl und die steten Ermahnungen zur Achtsamkeit im Umgang mit den geschliffenen Werkzeugen. AKE produziert seit 1960 Zerspanungswerkzeuge für Industrie und Handwerk. 2001 übernahm Alexander Knebel die Geschäfte des Vaters. Von Anfang an legte er einerseits großen Wert auf die Erhaltung der traditionellen Werte Langlebigkeit, Qualität und Zuverlässigkeit. Andererseits fordert und fördert er ebenso unablässig Innovation und Andersdenken. Dazu zählt die Freiheit, auch einmal falsch zu liegen und der Mut, bisherige Dogmen infrage zu stellen. Dieses Bewusstsein ist zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur und fest verankert in den Entwicklungsgrundsätzen.

Deshalb war es kaum verwunderlich, dass ausgerechnet in Balingen das Zerspanungsprinzip nach Jahrhunderten neu ausgelegt wurde. Alexander Knebel hat sich nie mit dem hohen Geräuschpegel der maschinellen Sägen abgefunden. Mit großem Interesse verfolgte er 2006 die Bemühungen der Technischen Universität Braunschweig unter Beteiligung der Industrie, den Geräuschpegel um zehn Dezibel zu senken. Eine Reduzierung des Schallpegels um zehn Dezibel bedeutet eine Halbierung der Lautstärke. Eine große Sache, wenn man bedenkt, welche Rolle Lärm als Krankmacher spielt. Seit 2005 entfallen etwa 46 Prozent aller anerkannten Lärmschwerhörigkeitsfälle in der gewerblichen Wirtschaft auf Arbeitnehmer, die der Metall- und Holz-Berufsgenossenschaften angehören. 56 Prozent aller anerkannten Berufskrankheiten bei den Metall- und Holz-Berufsgenossenschaften sind Lärmschwerhörigkeitsfälle.

Als Grund für den Lärm beim Sägen ermittelte die TU Braunschweig einen zu großen Spanraum und zu große Zähne mit suboptimalen Geometrien. Sie verursachen eine Mehrfachzerspanung und die bekannten Pfeifgeräusche. In der Folge kam es zur Entwicklung von Werkzeugen, die mit einer Geräuschminderung von drei Dezibel gehandelt wurden. In Einzelfällen wurden sogar etwas bessere Werte erzielt, die Werkzeuge fanden aber keinen großen Anklang auf dem Markt. Für Alexander Knebel war dies wenig zufriedenstellend, zumal bei AKE schon in den 1960er Jahren Versuche auf dieser Ebene unternommen wurden. Also beschloss er, sich der Problematik völlig offen zu nähern – diesmal aber auf eine ganzheitliche Art: Was wäre, wenn der lärmerzeugende Spanraum einfach weggelassen würde? Vielleicht bräuchte man auch gar keine Zähne? Dann gäbe es mehr Sicherheit und keinen Lärm. Aber wie erfolgt dann der Schnitt?

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